4.7.08

 

Extreme Biere.


Der Begriff "extreme beer" stammt von Jim Koch, dem Gründer der Boston Beer, behauptet Jenny C. McCune, "Brewing up profits; Boston Beer Co.," Management Review vom April 1994. Er versteht darunter ein Nischenprodukt, das nicht auf den Massenmarkt zielt, sondern auf spezialisierte Biertrinker, und die Grenzen dessen sprengt, was unter Bier üblicherweise verstanden wird. Ken Wells and Christopher Lawton: "It Ages Well, Goes With a Good Cigar And Is Kept in Cellars --- It's Called Extreme Beer -- For Price, Alcohol Content,", in: The Wall Street Journal vom 29. April 2003 (via Simon Hengel), stellen einige "extreme Biere" vor wie das "Sam Adams Utopia MMII" mit 24% vol. alc. Siehe auch eine Liste der stärksten Biere der Welt (Stand vor der Einführung des neuen Spitzenreiters).

Als "extrem" kann man auch Biere bezeichnen, die mit Früchten gebraut werden, zumindest wenn es sich nicht um solche Früchte handelt, die gängigerweise dazu verwandt werden wie Kirschen (z.B. Cantillon Kriek) sondern etwa um Chili Pepper ("Cave Creek Chili Pepper"). Alternativ können auch Gewürze hinzugefügt werden oder Honig ("Michelob Honey Lager").

"Extrem" kann auch der Preis sein. Für manche ist ein Preis von 2 Euro für eine 0,5 l-Flasche Klosterbrauerei Neuzelle Kirsch-Bier schon extrem, für andere die 3,90 Euro, die eine 0,33 l-Flasche Schneider Aventinus Weizen-Eisbock in unserem Café Abseits kostet. Da sind amerikanische Bierkenner schon an ganz andere Preise gewöhnt: 1999 hat Boston Beer, eine Gasthausbrauerei, ein "Samual Adams Millennium Ale" gebraut mit 20% vol. alc. Es wurden nur 3.000 Flaschen zu je 0,75 Liter abgefüllt und laufend numeriert. Die Nummer 1 erzielte bei einer Internetauktion knapp 5.000 US-Dollar. Weitere Nummern gingen für um die 1.000 US-Dollar je Flasche weg. Keith Galbraith und Ben Middlemiss von Galbraith's Alehouse haben in Neuseeland die größe und teuerste Flasche Bier hergestellt: "Millennium Balthazar" mit 12 Litern Romanov-Bier für 890 neuseeländische Dollar. Ausserdem gab es noch Jerobeams (3 Liter) für 80 neuseeländische Dollar und Magnum-Flaschen (1,5 Liter) für 33,75 neuseeländische Dollar (Quelle: Camerun Williamson, "Big can be better", in: Real Beer Page).

Eine weitere Gruppe von "extremen" Bieren verwendet z.B. speziell veredelte Malze wie die traditionelle Rauchbiere etwa das Bamberger Schlenkerla , dessen Malz über Buchenholzrauch getrocknet wird. Oder das Bier wird in Whiskyfässern gelagert, wie das "Dark Star Imperial Stout" der Flossmoor Station Brewery in Chicago. Oder es wird Whiskymalz zugesetzt, so beim Hartmann Felsentrunk (mit 5% Whiskymalz).

Nicht zuletzt erfreuen sich extrem haltbare Biere unter Bierkennern einer großen Beliebtheit. Sie lagern sie in kleinen Holzfässern ein und degustieren die Jahrgangsbiere (Vintages) im Kreise von Freunden.

Labels:


Kommentare:
Ein - selbstgebrautes - Chili-Bier gab es auch immer im Brewbaker in den S-Bahnbögen im Berliner Hansaviertel:

http://www.brewbaker.de/brauerei.php

Mein Ding ist es persönlich nicht, das Konzept "Braukessel im Gastraum" ist mir eh nie ganz einsichtig geworden. Aber es macht bestimmt Sinn für eine Wirtshausbrauerei, den Erfolg in der "extremen" Nische zu suchen.
   Seite ausdrucken!  
Kommentar veröffentlichen

Abonnieren Kommentare zum Post [Atom]





<< Startseite

This page is powered by Blogger. Isn't yours?

Abonnieren Posts [Atom]