30.9.08

 

Es gibt keine Ausrede, vom Bier wegzugehen.


Ein Interview mit dem Diplom-Biersommelier Karl Schiffner vom "Biergasthaus Schiffner" im österreichischen Aigen im Mühlviertel. Er behauptet, es gäbe kein Essen, zu dem es nicht auch dazu passendes Bier gibt, und schlägt zu einer Vielzahl von Gerichten die jeweils passenden Biersorten vor: "Bier à la carte", in: Tagesspiegel vom 30. September 2008.

Sein "Biergasthaus" wird zusammen mit der auch vermarktet als Mühlviertler Biererlebnis.

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25.9.08

 

Barrique-Biere.


Der Ausbau von Wein in Eichenholzfässer bzw. mit dem Zusatz von Eichenholz-Chips ist an sich eine olle Kamelle. Bei Bieren ist dieses Veredelungsverfahren zumindest in Deutschland fast ausgestorben. Über ein Versuch der Wiederbelebung aus Deutschland habe ich schon geschrieben: "Barrique-Bier aus der Klosterbrauerei Weissenohe" vom 20. November 2005, in: Gastgewerbe Gedankensplitter. Die Brauerei schreibt dazu:
"In alte Eichenfässer, die der Großvater des Braumeisters Urban Winkler gekauft hat, wird heute noch das Bier gefüllt. Das zur Abdichtung verwendete Kiefernpech gibt dem Bier seinen unverwechselbaren Charakter – vergleichbar dem Fasseinbrand (Toasting), dessen Stärke den Geschmack des Weines prägt."
Ein gelungenes Beispiel aus den USA ist "Samael's oak-aged ale" der Brauerei Avery in Boulder, ein Saisonbier mit 14,5% vol alc., das ich selbst verkosten konnte. Die Brauerei schreibt darüber:
"Samael's Ale is a super-caramelly, oak aged English-style strong ale. Perhaps the least hoppy (sacrilege here at Avery!!) beer we've brewed, to accentuate the malt. The oak is very apparent in this rich and high gravity ale, adding additional depth and complexity with a woody and cask-like nose and a pronounced vanilla flavor on the palate."
Während die Klosterbrauerei Weissenohe das recht teure Verfahren wählt, das Bier in einem Eichenholzfass zu lagern, verwendet Avery Eichenholzchips ("oak chips"). Zwei Wege bieten sich (beii Heimbrauen) an:Auf alle Fälle sollte man die Eichenholzchips vorher sterilisieren und äußerst vorsichtig dosieren.

Eichenholzchips werden z.B. angeboten von der Erbslöh Geisenheim AG. Dieser Anbieter gibt - für Wein - auch Tips zur Anwendung, die auf solche Fragen eingehen wie die, in welcher Phase des Herstellungsprozesses man Eichenholzchips zugeben sollte.

Welche technische Lösung die Holsten-Brauerei bei ihrem Bier Duckstein wählt, habe ich nicht herausfinden können. Es wird gesagt, das obergärige Bier reife "auf Buchenholz". Duckstein gibt es mittlerweile in den Sorten "Duckstein Original" und "Duckstein Weizen".

 

Imageprobleme von Bier in Deutschland.


Stefan Gabányi schreibt über Probleme der Brauereien in Deutschland: "Bier + Deutsch = Problem", in: Süddeutsche Zeitung vom 20. September 2008 und vergleicht Fehlentwicklungen in Deutschland mit dem Erfolg von Gasthausbrauereien insbesondere in den USA:
"Obwohl immer wieder voller Stolz darauf verwiesen wird, dass kein Land der Welt mehr Braustätten vorzuweisen hat, verlässt man sich auf Einheitspils und klammert sich an die quasi-feudalistische Vertragspolitik, mit der Brauereien den Wirten vorschreiben, welches Bier sie auszuschenken haben (und zu welchem Preis)."
Wobei ich anmerken muß, daß Preisvorschriften in Bierbezugsverpflichtungen eher die Ausnahme sind. Ich kenne sowas eigentlich nur in den Fällen, in denen Brauereien den ergänzenden Bezug von Bieren Dritter erlauben und dann sicherstellen wollen, daß diese "Fremdbiere" nicht preisgünstiger angeboten werden als ihre eigenen Biere. Siehe dazu meinen Beitrag "Vor- und Nachteile von Bierbezugsverpflichtungsverträgen für die Gastronomie".

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