18.4.10

 

Eine traditionsreiche Bierspezialitaet ist Leipziger "Nationalgetraenk": Bayerischer Bahnhof ist Heimat der Gose Leipzig.


Leipzig. Was dem Kölner sein Kölsch und dem Berliner seine Weißen sind, das ist dem Leipziger seine Gose. Die traditionsreiche Bierspezialität gehört zur Messestadt wie das Völkerschlachtdenkmal und das Allerlei. Einst als "Nationalgetränk" der Leipziger gepriesen, hat der Gerstensaft alle Wirren der Zeit überstanden - auch Zollschranken, Kriege und Versorgungsengpässe konnten die Gose nicht auf Dauer verschwinden lassen. Heute erlebt sie eine Renaissance: Seit Juli 2000 wird sie wieder in Leipzig gebraut, im Bayerischen Bahnhof, dem ältesten Kopfbahnhof der Welt.

Ihren besonderen Geschmack verdankt die Gose dem hohen Anteil an biologischer Milchsäure und der Zugabe von Salz und Koriander. Dies führt zu dem berühmten Prickeln oder "Moussieren", das die Bierspezialität zu einem beliebten Durstlöscher gemacht hat. Ansonsten zählen – wie bei anderen Bieren auch - Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen und Hefe zu ihren Rohstoffen. Die Original Leipziger Gose weist eine Stammwürze von 11 bis 12 Prozent und einen Alkoholgehalt von rund 4,6 Prozent auf.

Die Gose stammt ursprünglich nicht aus Leipzig, sondern – wie der Name schon sagt – aus der Stadt Goslar mit ihrem Flüsschen Gose. Von hier aus "wanderte" die Bierspezialität in mehreren Etappen ostwärts. Die Gose gehört zu den ältesten Bieren der Welt; ihre Ersterwähnung fand sie nach derzeitigem Forschungsstand im Jahr 1332. Hartnäckig hält sich die Geschichte, wonach es der "Alte Dessauer" - Herzog Leopold I. von Anhalt-Dessau - gewesen sei, der die Gose im Jahr 1738 nach Leipzig brachte. Wahr ist, dass das Bier damals im anhaltischen Glauzig als "Gludscher Gose" gebraut und in die weitere Umgebung geliefert wurde. In Leipzig entstanden daher im 18. Jahrhundert mehrere Spezialitätenlokale, so die heute noch betriebene "Gosenschänke" und der Leipziger Burgkeller.

Probleme bereitete ab 1820 die sächsisch-preußische Zollunion, weil nun die anhaltischen Goselieferungen aufgrund neuer Zölle stockten. Vier Jahre später begann die Herstellung von Gose auf dem Goedeckeschen Rittergut in Döllnitz bei Halle, wo bis 1945 das Weißbier gebraut wurde. Bis zur Jahrhundertwende schenkten immer mehr Leipziger Gastwirte die Gose aus, auch Gose-Handlungen entstanden. Um 1900 war die Gose das Leipziger Bier schlechthin, sie wurde besungen und diente als Werbung für die Messestadt.

Nach 1945 erlebte die Gose einen langsamen Niedergang, bis sie Ende der 50er Jahre gänzlich verschwand. Erst 1985 eröffnete Lothar Goldhahn die neue Gosenschänke, die nach der Wende von Dr. Hartmut Hennebach weitergeführt wurde. Doch die zuletzt die Gose brauende Dahlener Brauerei überlebte nicht. In Thomas Schneider, Brauereibesitzer im bayerischen Weißenburg, wurde dann ein neuer Goselieferant gefunden. Er hat die Spezialität in ihre Heimat zurückgebracht – sie wird seit seiner Neueröffnung im Juli 2000 im Bayerischen Bahnhof in Leipzig gebraut. In der Gasthaus & Gosebrauerei ist sie mit einem Anteil von rund 80 Prozent unangefochten das Bier Nummer 1. Mittlerweile ist sie sogar zum Exportschlager geworden: Rund ein Zehntel des jährlichen Brauereiausstoßes wird in die USA geliefert und dort von begeisterten Bierliebhabern genossen.

(Quelle: Pressemitteilung der Bayerischer Bahnhof Brau & Gaststättenbetrieb GmbH & Co. KG).

Labels: ,


Kommentare: Kommentar veröffentlichen

Abonnieren Kommentare zum Post [Atom]





<< Startseite

This page is powered by Blogger. Isn't yours?

Abonnieren Posts [Atom]