16.11.08

Naerke Kulturbryggeri, Schweden.

Gestern Abend hatte ich das Vergnügen, auf Einladung von Heiner Sauer, dem Inhaber der Bamberger Gaststätte "Pelikan", unter anderem vier Biere der schwedischen Brauerei Närke Kulturbryggeri verkosten zu dürfen. Freunde oder gar Mitarbeiter dieser kleinen Brauerei aus der Stadt Örebro hatten bei einer Bierreise nach Bamberg ein paar Flaschen mitgebracht.

Diese Kleinbrauerei gibt es seit März 2003. Mittlerweile gilt sie als eine der besten Mikrobrauereien Schwedens. Ihre Biere werden in ein paar kleinen Bars in Stockholm ausgeschenkt, z.B. im "Akkurat" oder im "Ardbeg Room".

Da die Website dieser Brauerei ihre Geheimnisse nur auf schwedisch verrät, kann ich nur zwei der Biersorten eindeutig anhand der Flaschenetiketten identifizieren. Die zwei anderen Flaschen trugen kein Etikett:
  • "Örebro Bitter extra spezial" ist im Stile eines britischen Strong Bitter gebraut, mit einem Alkoholgehalt von 5,8% vol., von dunkelbrauner, rötlich schimmernder Farbe, mit nur wenig und feiner Kohlensäure. Es schmeckt dezent nach Nüssen, Karamel, nach Grapefruit und Zitrone, ist aber vor allem sehr, sehr bitter. Es ist das einzige Bier dieser kleinen Auswahl, das ich abendfüllend trinken würde. Die anderen drei sind hingegen sehr speziell und eignen sich zur Ergänzung von Gängen eines Menüs oder als Aperitif bzw. Digestif.
Bierflaschen der Kulturbryggeri in Schweden
  • "vintermörker" ist ein Bier im Stil eines amerikanischen oder britischen Porters mit 4,8% vol. alc. Im Antrank erinnert es an Kakaobohnen bzw. Hartbitterschokolade sowie an geröstete Haselnüsse und verblüfft mit einem überraschend sauren Abgang von Limette. Meine Degustationspartner waren weniger begeistert als ich. Ich kann mir dieses Bier sehr gut vorstellen zu einem schokoladig-fruchtigen Dessert in der Art einer Schwarzwälder Kirschtorte oder Linzer Torte.
  • Die dritte Sorte, deren Namen ich nicht weiß, hat mich an das "Brooklyn Blast" der Brooklyn Brewery oder das "Jessenhofke" der belgischen Brauerei Jessenhofke erinnert. Es ist spritzig mit einer enormen Säure, vermutlich das Ergebnis einer Zugabe der amerikanischen Aromahopfensorte "Cascade" (mehr darüber: "Hopfen" der Kampagne für Gutes Bier e.V., Hamburg). Dieses Bier kann ich mir gut zu rohen oder gedünsteten Fisch vorstellen oder als Appetit anregenden Aperitif.
  • Die vierte Sorte war ein, in Franken würde man sagen, Doppelbock, aber im Stil eines belgischen Double oder gar Triple mit einem Hauch von Karamell und einem fruchtigen Aroma, an Zwetschge oder Holunder erinnernd, ideal als Digestif. Der hohe Alkoholgehalt ist deutlich zu spüren, aber ohne an Sprit zu erinnern.
Eine Liste der Biere dieser Brauerei bietet Beeradvocate. Vermutlich gibt es aber kein festes Sortiment, sondern wechselnde, experimentelle Sorten.

Gefallen haben mir auch die Flaschenetiketten, denen alle kitschigen Stilelemente fehlen, die bei vielen Etiketten deutscher Brauereien nerven. Siehe dazu auch die Designstudie: "8 Design-Trends beim Relaunch von Bieretiketten 2006" (PDF) von der Koye-Brand Werbeagentur in München.