16.7.11

Mehr Bierspezialitaeten durch das Internet.

Die weite Verbreitung des Internets eröffnet Anbietern von Bierspezialitäten, Händler und Brauereien, die Möglichkeit, die Distribution von Bierspezialitäten, für die in ihrer Heimat die kumulierten Absatzchancen zu gering sind, erheblich auszuweiten. Voraussetzungen sind:
  • eine lange Haltbarkeit, etwa durch einen hohen Alkoholgehalt
  • hohe Preise, so daß die Lieferkosten relativ gering ausfallen
Das Internet erweist sich dabei in doppeltem Sinne als vorteilhaft:
  • Informationen über hervorragende Biere finden kostenlos und schnell weite Verbreitung
  • Interessenten können diese Biere online bestellen
In seinem Artikel "Beer: Belgium’s upstart innovators", in: The Washington Post vom 12. Juli 2011, beschreibt Deb Lindsey diesen Weg am Beispiel der belgischen Brauerei Struise:
"Struise’s reputation is almost entirely a consequence of the Internet. 'In the early days, it was impossible for us to sell beer in Belgium,' Grootaert said. But after a RateBeer.com user in Denmark contacted Grootaert and tried his beer, Pannepot began circulating within the Danish beer-geek community, and its Web-savvy fans broadcast their approval to the rest of the world. Sales took off, and by 2008, when RateBeer analyzed more than 1.4 million user reviews to identify the world’s best brewers, Struise emerged as No. 1."
In Deutschland ist diesen Weg sehr früh die Klosterbrauerei Neuzelle gegangen. Auschlaggebend waren zwei Gründe:
  • Helmut Fritsche ist Seiteneinsteiger mit Managementerfahrung in einem großen Unternehmen Westdeutschlands, hat die Brauerei nach der Wende übernommen und konnte diese Brauerei ohne die weit verbreitete Betriebsblindheit konservativer Brauer strategisch neu positionieren.
  • die regionalen Absatzchancen an der Grenze zu Polen sind begrenzt - quantitativ und preislich. Der Online-Vertrieb erlaubt es, hochpreisige Bierspezialitäten in die ganze Welt zu verkaufen, so etwa - die neueste Innovation - ein "Kartoffelbier" mit der Zutat Kartoffelsole.