3.2.12

India Pale Ales aus Deutschland.

Ales sind obergärige Biere englischen Stils. Pale bedeutet hell. Der Zusatz "India" bezieht sich darauf, daß sie einst von England auf dem Seeweg in die englische Kolonie Indien verschifft worden sind. Um sie für die über sechswöchige Fahrt und die hohen Temperaturen haltbar zu machen, braute man sie mit einem hohen Alkohol- und Hopfengehalt ein. Für amerikanische IPAs ist zudem der Einsatz von Cascade Hopfen typisch und damit dominante Fruchtesternoten, die von Pfirsich bis Grapefruit gehen. Siehe dazu auch "Hops and Glory".

Biere dieses Bierstils haben ein intensives Hopfenaroma, eine Farbe von Gold bis Kupfer, einen mittleren Körper und ausgewogene Malzigkeit. IPA's sind vorzügliche Begleiter von Speisen mit Chili, indischen Currygerichten oder scharfen chinesisischen Speisen.

Biere der Kategorie India Pale Ale bilden in den USA das am stärksten wachsende Segment. Mehr über moderne IPA's in den USA und Großbritannien: "India Pale Ale, Part II: The Sun Never Sets", in: Brewing Techniques.

In den letzten Jahren wurden auch in Deutschland einige IPAs gebraut:
  • Die Braumanufaktur der Mälzerei Weyermann® in Bamberg braut häufig ein "Weyermann® India Pale Ale".
  • Hinter der Marke "Propeller" stecken Hans-Christian Bosch, Bräu und Inhaber der Brauerei Bosch in Westphalen, und der Biersepp Sepp Wejwar. Aktuell gibt es ein IPA und ein Imperial Stout im Angebot.
  • Fritz Wülfing braut als FritzAle in der Abteibräu Siegburg. Zuvor war er Gastbrauer in der Kölner Braustelle. Seit Ende Januar 2012 ist sein "FRITZALE Imperial IPA Doppelt Hopfengestopft" auch in der 0,33 l-Flasche.
  • Die CREW AleWerkstatt GmbH von Mario Hanel und Timm Schnigula in München hat sich dem Brauen von amerikanischen Bierstilen verschrieben. Ein Ale ist bereits im Angebot, ein India Pale Ale soll folgen. Ihr erstes Produkt "CREW Pale Ale" ist ein obergäriges Bier mit 40 IBU und 5,6% vol. alc. Verwendet wurden die Hopfensorten Herkules, Nelson Sauvin, Chinook, Citra und Cascade. Der Preis ist vergleichsweise moderat. 20 Flaschen 0,33 l kosten 24,90 € zzgl. Pfand und evtl. Versand. Sie wollen damit auch Mengen brauen und nicht nur ein paar Flaschen wie andere Brauer von IPAs.
  • Die Brauerei Häffner im Kraichgau hat unter ihrer Marke "Hopfenstopfer" mehrere "Strong Ales" gebraut, die jeweils mit einer Hopfensorte gestopft worden sind (Chinook Strong Ale, Amarillo Strong Ale, Citra Strong Ale). Das "Citra Ale" der Hopfenstopfer ist seit April 2011 auf dem Markt ist, ein Pale Ale, ausschliesslich mit Citra gehopft. Ab Mitte/Ende Februar 2012 wird es wieder verfügbar sein, schreibt mir Thomas Wachno.
  • Hachenburger Luxus-Edition No. 01 India Pale Ale.
  • Die Private Landbierbrauerei Schönramer braut unter der Bezeichnung "Bavaria Best" u.a. ein India Pale Als.
  • Im Angebot der Camba Bavaria in Truchtlaching gibt es ein "Eric's IPA India Pale Ale", benannt nach dem Braumeister Eric Toft, von dem auch das Rezept der Schönramer Brauerei stammt.
  • Braufactum Indra der Radeberger-Tochter Braufactum gibt nicht zu erkennen, wo es gebraut worden ist.
  • 2009 hat die Kaiser Bräu in Neuhaus unter dem Motto "Veldensteiner Bierwerkstatt" begonnen, einmal im Jahr ein speziell eingebrautes, ausgefallens und immer wieder wechselnde Bierspezialität in einer kleinen Mengen zu brauen. Es ist jeweils ab Januar des Folgejahres für einen kurzen Zeitraum und nur in von der Kaiser Bräu belieferten und teilnehmenden Gaststätten ausgeschenkt. Im Januar 2010 wurde ein ein Veldensteiner "India Pale Ale" (IPA) angeboten,
    "ein helles, obergäriges Bier, das neben seiner auffallenden Vollmundigkeit ein feines Grapefruit-Aroma durch die Verwendung von amerikanischen Cascade-Hopfen aufweist. Die starke Hopfung – etwa doppelt so hoch als bei einem Pils – führt zu einer intensiven, aber in Verbindung mit dem hohen Stammwürzegehalt von 17 %, zu einer angenehmen Bittere und macht diese Bierspezialität so unvergleichbar."
    Die Rezeptur wie auch das Malz stammt aus der Braumanufaktur der Bamberger Mälzerei Weyermann.
  • Die Hochdorfer Kronenbrauerei bietet ein in Anlehnung an den Meistersud der Braumeisterin Katharina Haizmann gebrautes "Hochdorfer Meistersud India Pale Ale" in einer 0,75 l Exklusis-Flasche an. Er hat einen Alkoholgehalt von 8,2% vol.
  • Unter der Marke "Freigeist" brauen Peter Esser, Inhaber und Braumeister der Braustelle in Köln und Sebastian Sauer, Geschäftsführer der gleichnamigen Brauereigaststätte und Inhaber der Bierversandhandlung Bierkompass, vor allem rare deutsche Bierstile wie Porter oder Lichtenhainer, aber auch amerikanische Bierstile. Zur Zeit haben die beiden zwar kein IPA im Angebot, aber vor Jahren bereits ein IPA gebraut.
  • Bei BrewBaker, "Berlin's Original Brau Manufaktur" in der in der Moabiter Arminiushalle, braut Michael Schwab hopfenbetonte Biere. Ganzjährig verfügbar ist das "Berlin IPA" mit 5,5% vol. alc. und 65-70 Bittereinheiten. Hopfen: Perle Smaragd und Cascade. Erhältlich in einer 0,75 l-Flasche.
  • Die Gasthausbrauerei Lindenbräu in Waldbronn hat als saisonales Bier (Bier des Monats Januar 2012) ein India Pale Ale gebraut.
  • Das Brauhaus Riegele in Augsburg hat 2011 ein "Riegele India Pale Ale" gebraut. Die limitierte Handabfüllung aus der Riegele Biermanufaktur wurde am 1. Juni 2011 abgefüllt und hat eine Mindesthaltbarkeitsdauer von zwei Jahren. Verwendet wurden die Malzsorten Pale Ale Malz, Münchner Malz und Weizenmalz), die Aromahopfensorten Cascade und Opal únd eine Riegele Ale Hefe. Weiter wurde ein "Riegele India Pale Ale Imperial" angeboten. Beide in einer 0,25 l-Flasche mit Wachsversiegelung.
  • Im Brauhaus Südstern in Berlin gibt seit Dezember 2011 ein Indian Pale Ale vom Hahn. Es hatte 50 Bittereinheiten und ca. 6,2% vol. alc. und wird mit 3 verschiedenen Hopfensorten (Herkules, Challenger und East Kent Goldings) hergestellt. Mittlerweile ist ein weiterer Sud mit 60 Bittereinheiten am Hahn. Thorsten Schoppe, Dipl. Ing. Brauwesen und Mitinhaber des Brauhauses Südstern, bietet es seit letzter Woche auch ein "Schoppe XPA" in einer hübschen 0,33 l-Flasche an. Es wurde mit Amarillo-Hopfen gestopft und hat 60 Bittereinheiten. Zu erwerben über Schoppebräu.de
  • Das "Giesinger Bräu Gedenkbier IPA" der Giesinger Bräu in München ist, wenn die Website der Brauerei nicht täuscht, aktuell nicht mehr erhältlich. Dieses Bier im britischen Stil hatte 6,2% vol. alc.
  • Auch die "Duckstein Braumeister Edition No 01" der zum Carlsberg-Konzern gehörenden Holsten-Brauerei, die im Juli und August 2011 im Handel erhältlich gewesen ist, war ein IPA. Verwendet wurden die amerikanischen Hopfensorten Cascade, Amarillo und Simcoe.
  • Erwähnenswert ist auch das "Fiedler's Pale Ale" (ein India Pale Ale). Es wurde für den Landgasthof Fiedler in Dietersheim in in einer limitierten Ausgave von 773 Flaschen zu je 0,75 l von der Privatbrauerei Hofmann in Pahres gebraut. Die Biersommilière Carmen Fiedler hat eine Bierkarte mit rund 30 Bieren zusammengestellt bis hin zu belgischen, östereichischen und englischen Bieren. Am 5. Mai startet in Dietersheim ein "Bier-Gourmet-Festival".
Ob diese Liste vollständig ist, weiß ich nicht und bin deshalb für Hinweise auf weitere IPAs aus Deutschland dankbar.